Durisol / Holzbeton-MantelsteinePraxisanleitung · Quelle 2018
Vom Streifenfundament bis zur fertigen Wand

Lärmschutzwand selber bauen

Eine bebilderte Anleitung für den örtlichen Aufbau einer Durisol-Lärmschutzwand aus Einzelsteinen auf einem bewehrten Streifenfundament.

Orientierung

Der Aufbau im Überblick

Durisol-Lärmschutzwände können als Fertigelemente oder vor Ort aus Einzelsteinen errichtet werden. Diese Anleitung beschreibt den örtlichen Aufbau mit Anschlussbewehrung.

Technischer Stand der VorlageDie fachlichen Angaben stammen aus einer Anleitung von 2018. Diese Webfassung ist keine aktualisierte Statik oder Zulassungsprüfung. Fundament, Bewehrung, Beton und Bauablauf sind anhand der projektbezogenen Tragwerksplanung und der gültigen Systemvorgaben festzulegen.
01
Fundament und erste Steinreihe

Fundament vorbereiten

Die Lage der Wand und ihrer Anschlussbewehrung wird bereits im Fundament festgelegt.

Einmessen und betonieren

Das Streifenfundament wird nach statischen Vorgaben hergestellt. An Grundstücksgrenzen ist genau einzumessen. Dimensionen und Bewehrung richten sich nach der Tragwerksplanung.

Anschlussbewehrung

Die Stäbe werden nach dem geplanten Verankerungsdetail positioniert. Sie müssen im späteren Verfüllbereich liegen und dürfen nicht mit den Steinstegen kollidieren.

Erste Reihe

Die Fundamenthöhe prüfen. Der höchste Punkt bestimmt die Oberkante der ersten Steinlage. Die gesamte erste Reihe wird maßgenau in Zementmörtel gesetzt.

02
Präzision am Anfang

Die erste Lage ausrichten

Hier entscheidet sich, ob die folgenden, trocken gesetzten Steinreihen sauber im Lot bleiben.

Maßgenau arbeiten

Längs- und Querwaage bei jedem Stein kontrollieren. Eine steife Zementmörtelmischung erleichtert das Ausrichten und verhindert ein späteres „Schwimmen“.

Füllraum freihalten

Mörtelreste vollständig entfernen. Der Verfüllbeton muss vollflächig auf dem Fundament aufstehen können. Herstellungsrückstände an den Steinköpfen abziehen.

Stoßfugen schließen

Steine dicht aneinanderschieben, leicht anklopfen und Lage sowie Flucht fortlaufend kontrollieren. Dabei die Steine nicht beschädigen.

Anschlussstäbe beachten

Aus dem Fundament ragende Stäbe können sich beim Setzen in Augenhöhe befinden. Kollidiert ein Stab mit dem Stein, nicht eigenmächtig abschneiden; Änderungen mit der Tragwerksplanung abstimmen.

03
Ecken und Wandenden

Ecken und Zuschnitte

Passende Ecksteine werden aus Normalsteinen zugeschnitten und zu geschlossenen Ecken verbunden.

Ecksteine herstellen

Normalsteine auf den benötigten Eckwinkel zuschneiden. Der Sägetisch muss rechtwinklig zum Sägeblatt stehen. Den Abschnitt drehen und zu einer geschlossenen Ecke ansetzen.

Kleben und aushärten

Die Steinhälften laut Vorlage mit PU-Kraftkleber verbinden. Vor dem Betonieren muss die Verbindung ausgehärtet sein und dem Betondruck standhalten.

Wandenden auf Maß

Geeignet sind Bügelsäge, Elektro-Stichsäge, elektrischer Fuchsschwanz oder Bandsäge. Winkelschleifer und Kettensäge werden für Zuschnitte als weniger geeignet beschrieben.

04
Stahl und Steinverband

Bewehrung und Verband

Stahlposition, Betonüberdeckung und das 25-cm-Raster müssen zusammenpassen.

Horizontal einlegen

Nach der ersten Steinlage wird die waagerechte Bewehrung angeordnet. In Ecken liegen Winkelstäbe nach Detail über Kreuz. Alle Maße richten sich nach der Bemessung.

Betonüberdeckung sichern

Abstandshalter halten die Stäbe vom diffusionsoffenen Holzbetonmantel fern. Die Bewehrung muss im späteren Betonkern korrekt fixiert sein.

Halber Versatz

Die zweite Reihe beginnt im Halbverband. Bei 50 cm langen Steinen beträgt der Versatz 25 cm; Sondermaße und Ecken werden nach Systemdetail angepasst.

Projektbezogene Statik

Gartenmauern und Ingenieurbauwerke an Straßen mit Anpralllasten stellen unterschiedliche Anforderungen. Für Straßenbauwerke ist ausdrücklich ein Standsicherheitsnachweis erforderlich.

05
Reihe für Reihe

Die Wand wächst

Ab der zweiten Lage werden die Steine trocken im Läuferverband aufeinander gesetzt.

Trocken stapeln

Weitere Lagen ohne Mörtel oder Kleber im hälftigen Versatz stapeln. Stell- und Stoßflächen sauber halten. Flucht, Höhe und Lot regelmäßig prüfen.

Unebenheiten ausgleichen

Höhendifferenzen nicht in die nächsten Lagen übernehmen. Das geeignete Bearbeitungsverfahren und der Staubschutz richten sich nach den Verarbeitungsvorgaben.

Wandenden schließen

Ungeschnittene Enden zur Sichtkante drehen, Zuschnitte verdecken und die Stirnseite bündig verschalen. Die Schalung gegen den Betondruck aussteifen.

Vor dem Betonieren

Vertikale Bewehrungsstäbe in die Füllräume einstellen. Anzahl, Durchmesser, Abstände sowie die Sicherung des Aufbaus richten sich vollständig nach der Planung.

06
Verfüllen und säubern

Betonieren und reinigen

In kontrollierten Abschnitten verfüllen, damit der Frischbetondruck begrenzt bleibt.

Etappenweise füllen

Die Vorlage beschreibt Betonieretappen von 1,00 bis 1,30 m. Nach einem Durchlauf wird am Anfang nachgefüllt. Zulässige Füllhöhen nach Systemvorgabe festlegen.

Arbeitsfugen planen

Bei einer Unterbrechung endet die Füllung in der Mitte eines Steins. Anschluss- und Übergreifungslängen der Bewehrung richten sich nach der Planung.

Sofort reinigen

Betonreste während oder unmittelbar nach dem Verfüllen mit Wasser von der Sichtschale entfernen und den lotrechten Aufbau kontrollieren.

Betonangaben aus der Vorlage

Genannt werden maximal 16 mm Korngröße sowie als Empfehlung C 30/37, Körnung 0–8 mm und Konsistenz F5. Maßgeblich bleibt die projektspezifische Betonspezifikation.

07
Wandkopf und Endkontrolle

Abschluss und Kontrolle

Ein sauberer Wandkopf und sorgfältig ausgeführte Enden vervollständigen die Konstruktion.

Wandkopf fertigstellen

Wand- und Steinenden mit Abschnitten oder Sichtschalung schließen. Zum Abschluss den Beton am Wandkopf glätten oder eine geeignete Abdeckung aufbringen.

Installationen abstimmen

Leerrohre für Elektroinstallationen oder einen späteren Aufsatz können vorgesehen werden. Lage und Ausführung mit dem Tragwerksplaner abstimmen.

Dokumentieren

Vorgaben, verwendete Produkte, Einbauteile und die Ausführung der Bewehrungsanschlüsse für spätere Arbeiten nachvollziehbar festhalten.

Abschließend prüfen

  • Wandverlauf, Lot und Fugenbild
  • Wandenden und Wandkopf
  • Sichtflächen frei von Betonresten
  • Einbauteile und Anschlüsse berücksichtigt